Eine Tätigkeit verschwindet oder entsteht selten auf einmal. Sie besteht aus vorbereitenden Schritten, Entscheidungen, Übergaben, Ausnahmen und Rückfragen. KI kann einzelne Teile davon beschleunigen oder unterstützen. Die Aufgabe als Ganzes verändert sich dadurch aber nicht automatisch zum Besseren.
Die relevante Einheit ist der Arbeitsablauf.
Wer eine neue Anwendung einführt, sollte nicht nur fragen, welche Funktion sie übernimmt. Mindestens ebenso wichtig ist, was davor und danach passiert: Welche Informationen müssen vorbereitet werden? Wer prüft das Ergebnis? Wer trägt die Verantwortung bei Fehlern? Und bleibt für diese Schritte unter realen Arbeitsbedingungen genug Zeit?
Potenzial entsteht nicht im Tool. Es entsteht erst, wenn die veränderte Tätigkeit für Menschen handhabbar wird.
Entlastung und Zusatzarbeit können gleichzeitig entstehen.
Ein KI-Vorschlag kann eine aufwändige Recherche verkürzen und gleichzeitig eine neue Prüfpflicht auslösen. Beides kann wahr sein. Mittelwerte oder pauschale Akzeptanzfragen reichen dann nicht. Entscheidend ist die konkrete Erfahrung im Arbeitsprozess – und ob sie innerhalb einer vergleichbaren Tätigkeitsgruppe ähnlich oder sehr unterschiedlich ausfällt.
Drei Fragen, die eine gute KI-Einführung weiterbringen.
- Was bleibt? Welche Teile der Tätigkeit brauchen weiter menschliche Aufmerksamkeit, Beziehung oder fachliches Urteil?
- Was verschiebt sich? Welche Arbeit wird vorbereitet, unterstützt, automatisiert oder als Ausnahme neu sichtbar?
- Was braucht es jetzt? Welche Zeitpuffer, Regeln, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten machen die neue Arbeit gut gestaltbar?
Genau an dieser Stelle setzt WorkRADAR an: nicht mit einem Urteil über KI, sondern mit einer gemeinsamen, arbeitspsychologisch fundierten Betrachtung der Arbeit.
